Apeman Mini Beamer

Manche die öfter Sachen von mir lesen werden sich denken: Was schon wieder ein Beamer? Was macht der mit den ganzen Projektoren? Und einigen ist es klar, weil sie auch schon von unserem Halloween Haus gelesen haben. Jedes Jahr zu Halloween dekorieren wir unser Haus für Besucher und setzen seit einiger Zeit auch sehr stark auf digitale Effekte.

Dieser Apeman Projektor ist wieder eines dieser Geräte, die ich zu diesem Zweck angeschafft habe und zwar weil er wirklich günstig war. Keine Ahnung ob es ein spezielles Angebot war, oder ob der Beamer immer nur 65 Euro kostet, aber das ist ein Preis der für jegliche Leistung völlig OK geht.

Und jetzt mal eines vorweg. Für unter 100 Euro darf man sich keine Wunder von einem Beamer erwarten. Ich würde sogar behaupten, dass man für unter 400 Euro kein vernünftiges Gerät für die Verwendung als Heimkino-Projektor bekommt.

Aber was man sich erwarten darf ist eine sehr günstige Möglichkeit ab und zu ein Fußballspiel in der großen Gruppe mit einer größeren Bilddiagonale zu sehen, ohne sich dafür gleich in enorme Unkosten stürzen zu müssen. und dafür ist dieses Gerät definitiv geeignet, auch wenn es ein paar Einschränkungen gibt, auf die ich noch ein bisschen eingehen will.

Rein von den Anschlussmöglichkeiten her würde ich sagen, dass es ausreicht. So gibt es neben dem obligatorischen VGA-Monitoreingang auch einen HDMI-Eingang, einen USB 2.0 Port und einen Micro-SD Slot. Zudem lässt sich das Video-Signal auch über einen VGA-In im 3,5mm Klinkenformat einspielen.

Alle Funktionen lassen sich sowohl direkt am Gerät über die vollständig vorhandenen Steuerungstasten, als auch über die mitgelieferte IR-Fernbedienung durchführen. Das Betriebssystem und die Steuerung sind seit mehreren Jahren so gut wie unverändert, was zum einen dazu führt, dass die Geräte vom Entwicklungsaufwand sehr günstig sind, zum anderen aber bedingt, dass die Menüführung schon ein wenig angestaubt wirkt.

Die Bedienung ist jedoch meist weniger interessant, denn hauptsächlich würde ich das Augenmerk auf die Bildqualität des Beamers legen. Und genau hier spielt dieses Gerät in einer gemeinsamen Liga mit nahezu allen Geräten unter 100 Euro Anschaffungswert.

Was bei diesem Beamer sofort auffällt ist, dass es sich natürlich nicht um ein 1080p Gerät handelt. vielmehr ist das die maximale Auflösung die am HDMI-Eingang erkannt wird. Der Beamer selbst hat lediglich ein Viertel der Full HD Bildpunkte und schafft eine Auflösung von 800 x 480 Pixel. Das führt dazu, dass auf einer absolut glatten weißen Oberfläche die Bildpunkte sehr genau erkennbar sind, wie auf dem Bild zu erkennen ist.

Wie gesagt, sollte man sich nicht mehr erwarten von einem Gerät dieser Preisklasse, denn 1080p LCD-Paneele sind halt einfach wesentlich teurer. Für meine Zwecke und zum Ansehen eines Matches ist die Auflösung vollkommen ausreichend.

Es lässt sich natürlich der Fokus ebenso einstellen wie eine horizontale Winkelkorrektur. So kann der Beamer über Kopf montiert werden oder auf einem Tisch stehen. Die Korrektur führt wie bei fast allen Geräten zu leichten Unschärfe an den Kanten des Bildes, da ja schließlich durch eine Linse eine gewollte Verzerrung stattfindet.

Die Helligkeit des Beamers ist nicht berauschend, weshalb man den Raum völlig abdunkeln sollte, um ein halbwegs ansprechendes Filmerlebnis zu haben. Das Bild zeigt die Darstellung bei Tageslicht, wenn der Beamer unter dem Fenster steht und das Tageslicht damit aus der gleichen Richtung auf die Leinwand auftrifft wie das Licht des Beamers. In diesem Fall muss man schon ein bisschen raten, was man da eigentlich sieht.

Ich werde den Beamer nur nachts im Zuge unserer Halloween Deko einsetzen, also definitiv nur bei Dunkelheit verwenden. Daher stört mich das nicht, außerdem muss man auch bei der Helligkeit den Preis im Blick behalten. Wenn man mehr möchte, muss man für gewöhnlich auch wesentlich mehr zahlen.

Auch beim Kontrast bewegt sich der Beamer im unteren Bereich, weshalb schwarz und Grautöne schnell man ineinander verschwimmen. Zudem ist das Panel eher langsam, wodurch sich bei schnellen Bildwechseln so eine Art Schattenbildung ergibt, wenn Teile des Bildes schnell von dunkel auf hell oder umgekehrt wechseln (zB. bei Action-Filmen wenn Dinge explodieren).

Die Tonqualität ist übrigens zu vernachlässigen, denn der Sound klingt wie aus dem Handy-Lautsprecher. Zwar laut genug um in einem Vortragsraum Medien wiederzugeben oder auch bei einem Fußballmatch den Kommentar zu verstehen, aber für einen Film völlig unzureichend. Da kommt dann so gar keine Stimmung auf.

So jetzt stellt sich die Frage ob ich das Gerät empfehlen würde. Ja würde ich, wenn die geplante Anwendung dem entspricht was ich damit vorhabe.

Wollt ihr damit ab und zu mal eine Sportveranstaltung auf Großbild sehen und habt nicht ausreichend Platz für einen fixen Beamer im Wohnzimmer, oder wollt ihr auf der Terrasse einen Film oder eine Sportveranstaltung sehen?

Sollen bei einer Geburtstagsfeier Fotos an die Wand projiziert werden, oder wollt ihr vielleicht so wie wir zu Halloween (oder auch zu Weihnachten) digitale Dekos damit realisieren?

Dann ist der Apeman Mini Beamer der richtige Beamer, weil er wirklich günstig ist und damit ein gutes Preis/Leistung-Verhältnis aufweist.

Wollt ihr einen Beamer für ein dauerhaft eingerichtetes Heimkino, seid ihr Kino-Enthusiasten die auf Bildqualität wert legen oder soll der Beamer auch noch bei Tageslicht ein gutes Bild liefern? Dann kauft euch ein anderes, mit Sicherheit wesentlich teureres Gerät, das diesen Ansprüchen gerecht werden kann.

Aus meiner Sicht ist der Apeman ein Mini Beamer für den kleinen Geldbeutel und für kleine Ansprüche. Aus dieser Sicht hat er meine Empfehlung und die volle Wertung.

5 von 5 preiswerte Sterne

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